Der Ostrava-Report 2018

Ostrava Easter Tournament 2018

U13 und U14-A 

Nachdem im letzten Jahr unsere 2004er das Osterturnier in Ostrau, der drittgrössten, industriell geprägten Stadt Tschechiens geprüft und für gut befunden hatten, ging es in diesem Jahr für drei Mannschaften des Friedenauer TSC in Richtung Süd-Osten.

Amadou führte die 2005er Jungs in der Spielklasse U13. In der Klasse U14 hatten wir zwei 2004er Mannschaften. Einmal die Friedenauer B unter Leitung von Bjarne und die Friedenauer A unter Headcoach Nick. Die Friedenauer A nahmen auch in der Klasse U15 mit Unterstützung der 2003er Ruben und Liam teil, um auch diesen Spielpraxis zu ermöglichen und in die Teamstruktur einzubinden, da es in Friedenau für deren Altersklasse derzeit noch kein eigenständiges Team gibt.

Am Mittwoch Vormittag ging es für die Teams im Bus los. Treffen am Friedi, Packen des Busses und die Plätze einnehmen ist mittlerweile Routine, so dass die leichte Busverspätung wieder gut gemacht werden konnte. Busfahrer Robert wurde für das Team auch vor Ort als persönlicher Shuttle zu den Hallen spontan gebucht, da es sich als logistisch schwierig herausstellte, die weit auseinanderliegenden Spielorte mit den Öffentlichen zu erreichen und ich denke Friedenau hat in ihm eine treuen Fan gefunden.
Spielte man im Vorjahr noch in einer todschicken Halle, in einem restaurierten Industriegebäude mit Kaffee, so ging es in diesem Jahr deutlich rustikaler zu. Etwas heruntergekommene Hallen sind für die Jungs nichts Neues, haben wir in Berlin ja auch. Aber vier Tage als Lebensmittelpunkt ist dann doch gewöhnungsdürftig, vor allem, wenn auch um die Halle herum wenig ist, was das Auge erfreut und es im Grunde keine Verpflegung seitens des Veranstalters vor Ort gab, wie man das von anderen Turnieren kennt. Dennoch waren die Hallen dank Hallenwartkultur gepflegt und die Sanitärbereiche allesamt uneingeschränkt nutzbar. Mit Hilfe der mitgereisten Familien, war dennoch die Versorgung gewährleistet (einzig am Stammsupermarkt der U13 waren am letzten Tag die Bananen aus!- Aber es gab noch Care Pakete in dem ein oder anderen Kofferraum), es gab saubere Trikots und natürlich auch lautstarke Unterstützung während der Spiele.

Die Daheimgebliebenen wurden per Chats auf dem Laufenden gehalten und täglich gab es frisches Bildmaterial vom Spielfeldrand. Der typische Friedenauer Club-Stil eben, den wir alle schätzen und leben.

Jetzt aber mal zum Wesentlichen: Den Spielen der Jungs. Ist Lund im Januar ein Turnier mit sehr taktischer und weitestgehend körperloser Spielweise, so geht es in Ostrava doch deutlich körperbetonter zur Sache. Ein Grund solcher Turnierreisen ist es, unterschiedliche (Basketball)Kulturen kennenzulernen, sich auf diese einzustellen und sich so weiterzuentwickeln. Und das haben die Jungs wieder bravourös gemeistert.

Die U13 unter einem super coachenden Amadou, die ich (Papa Paule) bei allen Spielen beobachten konnte, schafften Ihre Vorrundenspiele problemlos. Die U13 Gruppe bestand aus 13 Mannschaften, welche in 4 Gruppen aufgeteilt wurden. Die Vorrundengegner vom MBK Bratislava und den Ostrava Snakes verwies man mit 102:30 bzw. 69:37 auf die Plätze und auch das Viertelfinale gegen Budapest gewann man mit 59:43.

Was dann folgte war extreme Verwirrung auf allen Seiten. Die gedruckten Spielpläne vor Ort wichen von den Online zur Verfügung gestellten Plänen ab. Spielzeit und Gegner waren für Friedenau bis kurz vor dem Halbfinale nicht klar. Unsicherheit bei den Verantwortlichen vor Ort, den Coaches, den Eltern und schließlich den Kindern, ließen keine konzentrierte Spielvorbereitung zu. Man entschied sich inklusive der U14 Friedenau A um Nick, der Amadou an der Seitenlinie unterstützte, zum früher angesetzten Spiel zu kommen, denn man wollte das Spiel nicht wegen Nichterscheinen verlieren. Gespielt wurde dann allerdings doch fast zwei Stunden später gegen den Mitfavoriten Flames Ostrava, der die Vorrunde ebenso beherrschte wie wir.

Es wurde wohl eines der packendsten Spiele des ganzen Turniers. Die Halle war dank Friedenauer Power voll und auf dem Feld und den Rängen kochte es. Wurde man zu Beginn vom Gegner überrascht und geriet in Bezug auf das Endergebnis in hohen Rückstand, so zeigte die Mannschaft eine enorme Teamleistung und man war am Ende kurz davor das Halbfinale zu gewinnen.

Also, das Halbfinale haben wir dann mit 35:38 leider knapp verloren, was viel Enttäuschung mit sich brachte aber für alle eine unglaublich teambildende Maßnahme war.

Das Spiel um Platz drei am Sonntag konnte man entspannt angehen, denn das eigentliche Finale hatte man ja bereits gespielt. Mit Leichtigkeit spielten die Kinder frei auf, wobei Niko und Paule etwas geschont wurden, um für das folgende wichtige Spiel der U14 A noch Energiereserven zu haben. Mit 54:36 gewann man gegen Prievidza und konnte sich mit einem Sieg und Platz 3 aus dem Turnier verabschieden.

In der U14 hatten wir, wie schon erwähnt, zwei Mannschaften. Mit dem 2005er BBV Kader (ohne die Friedenauer Spieler Miron, Tiago, Niko, Manu und Paule) waren drei Berliner Mannschaften in der 11 Mannschaften starken Altersklasse.

Friedenau A mit Nick als Coach war in der zweiten Gruppe der U14 zusammen mit dem 2005er BBV Kader. In der 5 Mann starken Gruppe belegte man den ersten Platz. Man siegte 94:51 gegen die Flames Ostrava, 65:24 gegen den 2005er BBV Kader (ihr wisst ja, wer da alles nicht dabei war), 118:29 gegen Klaipedos B und 76:53 gegen Budapest.

Viertel- und Halbfinalspiele fanden bei der U14 nicht statt und so stieß man im Finale auf ein bis dato übermächtiges Team, Klaipedos A. Da es verletzungsbedingt einige Ausfälle gab, mussten bei diesem Spiel, wie auch schon in Spielen zuvor die 2005er Niko und Paule mit ran, welche per Speedshuttle quer durch Ostrava gerade so rechtzeitig zu Spielbeginn mit ihrer Energie aus Platz drei im Finale eintrafen. Insgesamt eine enorme Energieleistung während des ganzen Turniers der beiden Jungs. Chapeau!

Das Team brauchte etwas, um sich in Führung zu bringen aber dann gab es diese nicht mehr ab und dominierte das Finale bis zum Schluss und besiegte Klaipedos A mit 78:46. Robert der Busfahrer und Neu-Fan verfolgte das Geschehen aufmerksam und anfeuernd gemeinsam mit der gesamten Friedenauer Kinder- und Eltern-Power.

Wie schon erwähnt trat das gleiche Team, allerdings mit Bereicherung der 2003er Ruben und Liam, auch in der Klasse U15 an. Diese entpuppte sich auch aufgrund des Alters- und Größenunterschiedes als deutlich leistungsstärker. In Gruppe A mit 6 Mannschaften, konnten die ersten beiden Spiele gewonnen werden. Was folgte waren drei Niederlagen. Am Ende belegte man Platz 7, denn Nick wollte den Fokus auf das U14-Finale lenken und das Verletzungsrisiko bei den Spielern eindämmen, deshalb verzichtete er auf ein letztes Platzierungsspiel um Platz 5 in der U15. Mit dieser Maßnahme lag er offensichtlich richtig.

Neben dem ersten Platz in der U14 und einem dritten Platz in der U13, wurden die Spieler Kaya, Oskar, Niko und Manu als Allstars ausgezeichnet, wobei im Grunde alle Kinder Allstars sind.

Zum Abschluss noch eine kleine Geschichte, die sich im Bus auf der Heimfahrt zugetragen hat und die beispielhaft für den Friedenauer Teamspirit stehen soll. Manu, sichtlich überrascht ob seiner Auszeichnung als Allstar übergab diese Paule, da er diese seiner Meinung nach mehr verdient hatte. Paule hingegen gab sie Manu wieder zurück, denn auch dieser habe sie absolut nicht ohne Grund bekommen.

Ingo

U14-B

Ostrava – das erste internationale Turnier für die Spieler der mU14 LL. Die Erwartungen an die Zeit in Tschechien waren geteilt, jedoch in dem Willen sich für die kommende mU16 Saison vorzubereiten vereint. Mit dem Wunsch, sich selbst mit osteuropäischen Mannschaften zu messen und an Härte zu gewinnen, begaben sich nun alle Beteiligten in die Gefilde eines anderen Basketballs.

Die Erwartungen sollten zu guter letzt erfüllt werden. Doch zunächst bekamen die Jungs die Präsenz und Härte der Teams aus dem Osten deutlich zu spüren.

In den ersten drei Spielen schien sich die Mannschaft erst finden zu müssen und spielte sehr zurückhaltend, sodass Teams wie „BK MŠK Žiar nad Hronom“ (32:80), „OSE Lions“ (25:95) und „Klaipėdos KM-A-“ (14:115) nicht zu stoppen waren.

Nach diesen Spielen gingen das Team samt Trainer in sich und formulierten ihre Ziele neu:

Defense – ununterbrochen hart und energisch.

Offense – schnell umschalten und koordiniert aufstellen.

Kommunikation – wir helfen uns, denn das macht uns stark.

Mit neuen Zielen und neuem Mut ging es in die letzten Spiele.

Das Spiel gegen „Sokol Šlapanice“ begann und Friedenau war wie ausgewechselt! Die Jungs spielten ein ganz anderes Spiel, standen mit breiter Brust auf dem Feld und zeigten Präsenz. Sie ließen sich auf das harte Spiel ein und schafften es, die Gegner unter 50 Punkten zu halten (49:13). Ein toller Erfolg für die Jungs. Sie hatten das Spiel zwar nicht gewonnen, aber ihre Art zu spielen hatte sich um 180° gedreht. Sie waren alle stolz auf ihre Leistung und freuten sich auf das letzte Gruppenspiel.

Das letzte Gruppenspiel war dann eine Demonstration dessen, was das Team auf dem Turnier gelernt hatte. Unsere Spieler ließen Wolfenbüttel keine Chance für einen koordinierten Aufbau, störten früh und erkämpften sich viele Bälle noch beim gegnerischen Einwurf unter dessen Korb. So gelang es dem Gegner erst nach rund acht Minuten den ersten Korb zu erzielen. Das Spiel ging letztlich mit 64:12 für die Friedenauer aus. Die Mannschaft hatte nun einen großen Schritt Richtung U16 machen können und fühlte sich bereit für das Spiel um Platz 9 gegen „Klaipėdos KM-B-“. Dieses Spiel verhieß stark umkämpft zu werden. Die Gegner waren bereits von unserem „Team A“ besiegt worden und waren heiß darauf, das zweite Spiel gegen Friedenau zu gewinnen.

Leider begann das Spiel mit einem Eklat – der gegnerische Coach stellte einen Spieler der ersten Mannschaft aufs Feld. Unsere Jungs hatten ihre Erfahrungen mit ihnen gemacht und erkannten den Spieler sofort. Dieser wurde nun selbstverständlich vom Spielfeld genommen. Erste Unruhe machte sich breit, es sollte nicht die letzte gewesen sein.
Das Spiel begann und beide Mannschaften begegneten sich auf Augenhöhe. Zur Halbzeit konnten sich die Gegner jedoch mit sechs Punkten Vorsprung absetzen.
Nun kam, was kommen musste…
Der gegnerische Coach hatte die Regularien bezüglich des Wechselns nicht eingehalten und seine besten Spieler stets auf dem Feld gehabt, er durfte im dritten Viertel nun keine Spieler aufstellen, die mehr als zweimal gespielt hatten. Da nur noch zwei Spieler zur Verfügung standen, wurde das Spiel automatisch zu Gunsten des Friedenauer TSC gewertet (20:0).
So sollte das Spiel nicht für uns entschieden werden – leider jedoch verzichteten die Gegner auf ein Fortsetzen des Spiels als Freundschaftsspiel, sodass das Turnier für unsere Jungs somit mit dem 9. Platz, vielen Erfahrungen und neuen Fähigkeiten für die mU16 endete.

Bjarne

„Mittendrin“-Fotos © von Ingo Urban